12 | 12 | 2017
Radsport
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Info Kunstradsport

 RomingerAus verschiedenen Überlieferungen geht hervor, daß bereits vor der Jahrhundertwende Kunstradsport in den USA von Radakrobaten wie Nikolas Edward-Kaufmann und John Featherly mit dieser Sportart ihren Lebensunterhalt bestritten haben. Aus den Informationen geht auch hervor, daß die beiden die Urheber des ersten Radballspiels am 14.09.1893 in Rodchester in den USA waren.

Die geographischen Schwerpunkte der Sportart sind in erster Linie im deutschsprachigen Europa wie Deutschland, Schweiz, Österreich, Belgien, Frankreich und großen Teilen Tschechiens zu finden. Allerdings hat gerade in den letzte Jahren der ostasiatische Raum mit den Nationen Japan, China, Hongkong, Makao, Malaysia etc. nachgezogen. Gerade in dieser Region scheint sich insgesamt der Hallenradsport stärker zu entwickeln als in Europa.

In den Disziplinen 1er und 2er Kunstradsport der Männer bzw. Frauen werden Weltmeistertitel und im Juniorenbereich Europameistertitel vergeben. Darüber hinaus werden in Deutschland, der absoluten qualitativen und quantitativen Hochburg des Kunstradsports, nationale Meisterschaften im 4er und 6er Kunstradfahren der Männer und Frauen bzw. im 4er und 6er Einradfahren der Männer und Frauen ausgetragen. Die Meisterschaften werden auf Kreis-, Bezirks-, Landes- und Bundesebene , in den Kategorien Elite ( Männer und Frauen ), Junioren/Jugend ( männlich/weiblich ) sowie Schüler und Schülerinnen ausgetragen.

In ca. 1.500 Vereinen sind zur Zeit etwa 10.000 Hallenradsportler ( Kunstradsport und Radball/Radpolo ) lizensiert und nehmen aktiv am Wettkampfbetrieb teil. An den jährlich stattfindenden Weltmeisterschaften, die auch seit 1993 in außereuropäischen Ländern wie Hongkong, Malaysia und Japan stattfinden, nehmen jeweils zwischen 20 und 25 Nationen teil. Sportlich beherrschen die deutschen Hallenradsportler die Szene komplett. Seit 1964 konnten sie bei den Weltmeisterschaften mehr als 130 Goldmedaillen, über 100 Silbermedaillen und etwa 40 Bronzemedaillen gewinnen. Die Erfolgsquote möglicher Medaillen liegt dabei weit über 90%.

Das günstigste Einstiegsalter für das Kunstradfahren liegt etwa bei 6-7 Jahren. Zwischen 6 und 12 Jahren steht das Grundlagentraining im Mittelpunkt der Ausbildung. Schwerpunkte: Koordinationstraining, zunächst allgemein später spezielles Koordinationstraining. In diesem Altersabschnitt liegt die sensible Phase für die koordinative Schulung, daher wird hier in erster Linie die koordinative Fäigkeit geschult. Darüber hinaus erfolgt auch ein altersgemäßes Technik- und Konditionstraining. Zwischen 13 und 16 Jahren erfolgt das Aufbautraining mit den Schwerpunkten, Verbesserung der speziellen Koordination, der speziellen Beweglichkeit, Intensivierung des Techniktrainings, allgemeines und spezielles Kraftraining, Spezialisierung für 1er oder 2er Kunstradsport. Der Trainingsaufwand beträgt 4 Trainingseinheiten pro Woche jeweils 2-3 Stunden.

Zwischen dem 15. und 16. Lebensjahr beginnt das Leistungstraining, Schwerpunkte sind hierbei komplexes Techniktraining, Feinform, gezieltes Kraft- und Ausdauertraining, mentales Training, Intensivierung des Trainings und Erhöhung der Wettkampfhäufigkeit. Der Trainingsaufwand beläuft sich dann zwischen 4 und 5 Trainingseinheiten pro Woche jeweils ca. 3-4 Stunden.

Ab 17 Jahren erhöht sich dann der Trainingsaufwand nochmals entscheidend, insbesondere wird auch die Wettkampfhäufigkeit angehoben.

Kleine Regelkunde vom Kunstradfahren

Das " Spielfeld " der Kunstradfahrer - die Fahrfläche - ist bei internationalen Wettbewerben 14 Meter lang und 11 Meter breit.

Die Vortragsdauer beträgt maximal 5 Minuten. In dieser Zeit muss der/die Athlet/in im Jugend und Elitebereich bis max. 30 Übungen ausführen. Bei den Schüler/innen sind es max. 25 Übungen.

Das Programm ist eine Kür

Die Kür wird von den Aktiven, auf einem hierfür vorgesehenen Wertungsbogen, selbst zusammengestellt. Der/die Athlet/in wählt dabei aus einem internationalen Reglement Kunstradsport seine Übungen aus.

Die Begleitmusik ist frei wählbar.

Jede Übung hat eine bestimmte Wertungsziffer, d.h. Schwierigkeitsstufen. Die Summe der ausgesuchten 25/30 Einzelteile ergibt die " Schwierigkeitspunkte " der Kür. Sie werden beim Wertungsgericht eingereicht.

Bewertet werden Schwierigkeiten (Inhalt) und Ausführung einer Kür – vergleichbar mit dem Eiskunstlaufen.

Punktabzüge bei der Schwierigkeit gibt es unter anderem:

  • wenn bei einer Figur nicht die vollständige Wegstrecke in Form einer einfachen Runde ( eines kompletten Kreises ) oder einer " Acht " (einer sogenannten Wechselrunde) zurückgelegt worden ist.
  • wenn eine Figur (z.B. ein Handstand) abgebrochen oder gar ganz ausgelassen wird
  • wenn die festgelegte Zeit von 5 Minuten überschritten wird.

Die Punktabzüge bei der Ausführung sind in Fehlergruppen eingeteilt und erfolgen u.a.

  • bei " nicht flüssiger " Fahrweise (Unsicherheit)
  • bei schlechter Körperhaltung z.B. Streckfehler bei Armen und/oder Händen
  • bei überfahren der Flächenbegrenzung
  • bei Berühren des Bodens mit den Füßen oder gar Stürzen

Die erreichte Gesamtpunktzahl ergibt sich schließlich, wenn die Summe der Fehler aus Schwierigkeit und Ausführung von der aufgestellten Gesamtpunktzahl abgezogen worden ist.

Für das 2er Kunstradfahren gelten die gleichen Regeln. Hier liegt die max. Übungsanzahl im Jugend und Elitebereich bei 25 und bei den Schüler/innen dürfen es max. 20 sein. Davon müssen hier sowohl Übungen auf einem als auch auf zwei Rädern gezeigt werden.

Auch das 4er- und 6er-Kunstrad/Mannschaftsfahren unterliegt diesen Bestimmungen, allerdings ist hier die max. Anzahl der Übungen in allen Altersklassen 25.

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